Sonntag, 21. November 2010

ZART-BITTER wird in Leer in der Haneburg/VHS gezeigt bis zum 3.12.2010

Ausstellung zu sexueller Gewalt

Stadt Leer und VHS eröffnen Ausstellung „Zart-Bitter“ in der Haneburg
 
Die Ausstellung wird gezeigt bis zum 3.12.2010 - zu den Öffnungszeiten der VHS
Am Sonntag, 21. November, fand um 11 Uhr in der Haneburg die Eröffnung der
kostenlosen Ausstellung „Zart-Bitter“ statt. 
Ein sehr einfühlsamer aber deutlicher Einführungsvortrag durch Frau Engeline Kramer
 
Nach der Begrüßungen durch die Leiterin der VHS Frau Heike Pilk und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Leer Frau Tomke Hamer-Schäfer führte Frau Engeline Kramer mit einem sehr einfühlsamen aber auch sehr deutlichen Vortrag in das Thema ein. 
 
Frau Kramer plädierte dafür, in diesem Zusammenhang in Zukunft nur noch von Vergewaltigung eines Kindes und nicht mehr von sexuellem Missbrauch zu sprechen.
 
Man kann ein Kind nicht "gebrauchen", schon gar nicht falsch oder "miss"-brauchen. Missbrauch schädigt den eigenen Körper, nicht den eines anderen Menschen. 
( Drogenmissbrauch, Alkoholmissbrauch etc. )
 
Begrüßung durch Heike Pilk, die Leiterin der VHS Leer
  
Stadt Leer und Volkshochschule Leer präsentieren die bedrückende Ausstellung über sexuelle Gewalt als Auftakt zu der Aktionswoche zum "Internationalen Tag der Gewalt an Frauen 2010" im Landkreis und in der Stadt Leer. Mit verschiedenen Veranstaltungen soll ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen gesetzt werden.
Begrüßung durch die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Leer, Frau Tomke Hamer-Schäfer
Diese Ausstellung mit Fotos von M. Schildmann und Texten von I. Janssen klärt nicht auf. Zart-Bitter ist nicht feinfühlig und nimmt keine Rücksicht auf persönliche Sichtweisen. Die Ausstellung bietet keine Antwort auf die Fragen, wie man mit sexueller Gewalt umgeht, nicht wie man mit Menschen umgeht, denen Ähnliches widerfahren ist, auch bietet sie Opfern keine Anleitung für den Heilungsprozess. Stattdessen gewährt Zart-Bitter einen Einblick in die Zerstörungskraft von sexueller Gewalt: Manipulation der Gedanken, der Wahrnehmung, des Empfindens, Selbstaufgabe, Sprachlosigkeit und am Ende vielleicht ein kleines bisschen Hoffnung. Hoffnung, die Mut und Kraft gibt, sich auf den langen Weg der Heilung zu machen, der alles abverlangt, dem Opfer selbst und den Mitmenschen. 

I. Janssen entdeckte die Niederschriften aus ihrer Kinder- Jugendzeit wieder und beschloss sie in irgendeiner Weise für sich und andere Betroffene zu  veröffentlichen. „Die Texte begleiteten einen langen Prozess, von tiefem Schmerz, Angst und Verzweiflung über Wut, Selbstzweifel, Suizidgedanken zu einem klaren, mutigen Weg“, erklärt Janssen. Unter dem Eindruck der Texte suchte der Fotograf M. Schildmann die Bilder zu der Ausstellung aus. „Immer aus dem Gefühl heraus und ohne nach Begründungen oder Zusammenhängen zu suchen“, betont er.
 
Begleitet wurde die Eröffnung durch 2 Songs der Frauenband  „Déjà vu aus Moormerland. Sie spielten 2 Stücke, die inhaltlich genau zu diesem bedrückenden Thema passten und sehr gut aufgenommen wurden.
 
FrauenbandDeja Vu
Die Texte und Bilder können für Opfer von sexueller Gewalt retraumatisierend sein. Zu den VHS-Geschäftszeiten und nach Absprache kann die Ausstellung vom 22. November bis zum 3. Dezember besichtigt werden. 
 
Am Sonntag, 14. November, widmete sich das bei Radio Ostfriesland Leer ab 13.05 Uhr ausgestrahlte VHS-Magazin mit Carl Ahlrichs der Ausstellung. In einem Gespräch mit I. Janssen und M. Schildmann wurde die Entstehung dieser eindrucksvollen Ausstellung erläutert. 
 
Weitere Informationen erhalten Interessierte unter  
 
www.zart-bitter.com 
 
www.vhs-leer.de (nach dem Stichwort „bitter“ suchen) 
 
http://www.vhs-leer.de/index.php?id=121&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=166&tx_ttnews[backPid]=76 
 
Auch die OZ berichtete. 
 
Für Schulklassen ist die Ausstellung nach sorgfältiger Vorbereitung geeignet. Ein Infoblatt wurde an alle Leeraner Schulen verteilt.
 
Telefonische Auskünfte erteilt die VHS unter 0491 - 9 29 92 – 0 sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Leer, Tomke Hamer-Schäfer, unter 0491 – 97 82 - 315.

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